Die GLP hätte die ursprüngliche Vorlage oder eine Version mit kleineren, gezielten Anpassungen mittragen können. Die nun vorliegende Fassung verhindert das Bauen, macht es deutlich unattraktiver und komplizierter. Neue Einschränkungen, zusätzliche Verfahren und unklare Vorgaben erhöhen Risiken, verteuern Projekte und verzögern dringend benötigten Wohnraum. Damit wird genau das Gegenteil dessen erreicht, was Zürich heute braucht.
Nicolas Cavalli, Co-Präsident GLP und Mitglied der Kommission Hochbau und Stadtentwicklung (HBD/SE) sagt: “Wir haben uns immer für eine sinnvolle Höhenflexibilisierung eingesetzt und für klar definierte Zonen stark gemacht, in denen Hochhäuser bevorzugt realisiert werden können. Mit der veränderten Vorlage werden diese Gebiete jedoch de facto zusammengestrichen, was aus städtebaulicher Sicht absurd ist.” Statt echte Spielräume zu eröffnen, führt die Vorlage zu einer neuen Höhenbeschränkung. Hochhäuser können nur noch bis zu 80 Meter gebaut werden. Besonders problematisch ist zudem, dass ab einer Höhe von 60 Metern zwingend ein Gestaltungsplan erforderlich wird, der durch den Gemeinderat muss. Dieses zusätzliche politische Verfahren führt zu erheblichen Verzögerungen und schafft neue Unsicherheiten für Bauherrschaften. Die Genossenschaften der Seebahnhöfe können ein Lied davon singen.
Eine von Comparis veröffentlichte Umfrage (Tagesanzeiger berichtete) zeigt für die Grünliberalen ein Grundproblem in der Wohnpolitik. Der Wohnungsmangel ist zwar breit anerkannt. Gleichzeitig werden jedoch fast alle wirksamen Lösungen abgelehnt. Ohne Kompromissbereitschaft – so die Grünliberalen – verbleibt die Wohnungsnot hausgemacht. Zürich braucht Lösungen! Diese müssen das Bauen erleichtern und nicht weiter blockieren. Mit der vorliegenden Vorlage werden sich jedoch nicht nur private Bauherrinnen zweimal überlegen, ob sie bauen wollen, auch Genossenschaften werden durch unnötige Einschränkungen und komplexe Verfahren massiv zurückgebunden. Damit bleibt wertvolles Potenzial für zusätzlichen Wohnraum ungenutzt.
Die GLP fordert, dass vorhandene bauliche Reserven besser ausgeschöpft werden und dort, wo es städtebaulich sinnvoll ist, konsequent in die Höhe gebaut werden kann. Verdichtung darf nicht durch immer neue Einschränkungen verhindert werden. Die Grünliberalen fordern eine einfach lesbare Bau- und Zonenordnung. Sven Sobernheim, Co-Fraktionspräsident GLP meint dazu: “Vor diesem Hintergrund stellt sich für die GLP ernsthaft die Frage, ob diese durch die unheilige Allianz veränderten Hochhausrichtlinien ein Vorgeschmack auf die anstehende Revision der Bau und Zonenordnung ist. Sollte dies der Fall sein, wäre das ein äusserst bedenkliches Signal für die zukünftigeStadtentwicklung. Damit sich ein solches Debakel bei der BZO-Revision nicht wiederholt, braucht es eine Stärkung des politischen Zentrums und insbesondere der Grünliberalen.” Nur mit einer starken GLP lässt sich eine einfache, verständliche und verlässliche Bau- und Zonenordnung durchsetzen, die Investitionen ermöglicht, Planungssicherheit schafft und die Wohnraumentwicklung in Zürich wieder voranbringt.
Die GLP Zürich fordert den Stadtrat deshalb auf, diese derart verschlimmbesserte Vorlage zurückzuziehen. Eine Hochhausrichtlinie, die faktisch neuen Wohnraum verhindert, hilft weder der Stadtentwicklung noch der Lösung der Wohnungsnot. Zürich braucht pragmatische, klare und zukunftsfähige Regeln – nicht zusätzliche Hürden.