Stadtratswahlen 2018
Beat Oberholzer berichtet

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Wahlprogramm 2014/18

2. Wohnraum schaffen durch Verdichtung

Zürich belegt punkto Lebensqualität weltweit einen Spitzenplatz. Unsere Stadt bietet ihren Bewohnerinnen und Bewohnern u.a. eine moderne Infrastruktur und zahlreiche Freizeitmöglichkeiten.

Trotzdem gibt es Handlungsbedarf: Der Stadt fehlt eine klare Vorstellung, wie sie dem anhaltenden Wachstum begegnen will. Die Räumliche Entwicklungsstrategie der Stadt Zürich will nur die strategischen Erfolgspositionen erhalten (Durchmischung, Vernetzung, diskrete Urbanität, Lage und Umweltqualität), doch es fehlt der Mut, den Herausforderungen der erhöhten Wohnraumnachfrage unter Erhalt wertvoller Grünflächen und nutzerorientierter Freiräume mit neuen Ansätzen zu begegnen.

Die strukturellen Herausforderungen wie Verknappung des Wohnraums, wachsende Pendlerströme, einseitig zusammengesetzte Quartiere sowie Überbeanspruchung des öffentlichen Raums werden zu wenig angepackt.

Die Grünliberalen werden sich deshalb in der nächsten Legislaturperiode insbesondere im Rahmen der BZO-Revision für folgende Anliegen einsetzen:

Quartiere sind für alle da
Eine Stadt und ihre Quartiere leben und entwickeln sich. Kleinräumige Strukturen erlauben nachhaltige Lebensmodelle. Deshalb müssen in den Quartieren die soziale Durchmischung, die Infrastruktur, vielfältige Nutzungsmöglichkeiten von Räumen und Gebäuden sowie nutzerorientierte Freiräume bedarfsgerecht erhalten und gefördert werden. Innerstädtische Quartiere mit urbanem Charakter stellen dabei andere Ansprüche an die Freiraumgestaltung als ruhige Wohnquartiere am Stadtrand. Während in belebten Lagen die soziale und kulturelle Wirkung des öffentlichen Raums im Vordergrund steht, ist bei Letzteren die Wohnqualität zu verbessern, indem Begegnungszonen gefördert und attraktive Lebensräume geschaffen werden. In den Quartieren sollen die Tempo-30-Zonen ausgebaut sowie der Fuss-, der Velo- und der öffentliche Verkehr prioritär behandelt werden.

Gemeinnützigen Wohnungsbau durch private und institutionelle Bauherren stärker fördern
Die Vorgaben des Wohnbauartikels zu erfüllen, wird nur in Zusammenarbeit mit privaten Bauherren gelingen. Um mehr gemeinnützigen Wohnraum zu schaffen, will die glp ihnen eine Mehrausnutzung gewähren, wenn sie einen Teil der entstehenden Wohnungen nach Massgabedes gemeinnützigen Wohnungsbaus vermieten.

Weiter soll die Stadt Zürich bei Aufzonungen, Zonenänderungen und privaten Gestaltungsplänen die Möglichkeit erhalten, einen bestimmten Anteil an gemeinnützigen Wohnungen festzuschreiben.

Wenn der Kanton oder die öffentliche Hand (z.B. die SBB) Land auf städtischem Gebiet verkaufen, müssen die Bedürfnisse der Stadt berücksichtigt werden.

Die Gründung privater Hausgenossenschaften durch Mieterinnen und Mieter soll bei Handänderungen durch Beratung und Anreizsysteme gefördert werden.

Städtische Instrumente gezielt und zurückhaltend einsetzen
Die Ausweitung des Angebots an gemeinnützigem Wohnraum hat schrittweise und finanzpolitisch vernünftig zu erfolgen.

Günstiger Wohnraum soll unter anderem durch Förderung von
Wohnbaugenossenschaften oder mittels Abtretung von städtischen Grundstücken an geeigneten Orten und mit entsprechenden Auflagen im Baurecht erfolgen. Auch sollen beispielhafte kommunale Wohnsiedlungen auf städtischen Grundstücken gebaut werden.

Die städtischen Wohnbaustiftungen ergänzen weiterhin das Angebot an bezahlbarem Wohnraum für kinderreiche Familien, ältere Menschen sowie finanzschwache Personen und Familien.

Das bewährte Mittel der Wohnbaukredite ist weiterzuführen.

Hochhauszonen und Verdichtung vorantreiben
Die Stadt muss ihr Verdichtungspotenzial nachhaltig nutzen. Um das Angebot an Wohnraum und Arbeitsplätzen zu erhöhen und Pendlerströme zu reduzieren, muss vermehrt auch in die Höhe gebaut werden. Mit Rücksicht auf das Stadtbild sollte dies konzentriert in wenigen Hochhauszonen ausserhalb der Innenstadt erfolgen. In den übrigen Quartieren soll durch gezielte Verdichtung (z.B. Dachaufstockung, komplette Inanspruchnahme der Ausnutzungsziffer, Gebäudeabstände und Aufzonungen in geeigneten Quartieren) mehr Wohnraum ermöglicht werden. Damit diese Potenziale von privaten Bauherren genutzt werden, müssen Anreize geschaffen werden, wie z.B. Mehrausnutzung bei energetischen Sonderleistungen oder die Schaffung von Raum für gewerbliche Erdgeschossnutzung. Zum Ausgleich muss qualitativ hochwertiger Grünraum erhalten oder geschaffen werden.

Zentren der Aussenquartiere fördern
Damit die Verdichtungsreserven optimal genutzt werden, sollen auch periphere Quartierzentren gefördert werden. Eine hohe Lebensqualität in allen Quartieren trägt dazu bei, den Druck auf die innerstädtischen Lagen zu entschärfen. Der funktional gemischte und belebte Charakter innerstädtischer Quartierzentren soll deshalb auch in peripheren Lagen möglich sein. Dabei ist auf eine angemessene Massstäblichkeit der Gebäude, attraktive Erdgeschossnutzungen mit öffentlichem Charakter sowie eine gute Durchmischung von Nutzungen und Bevölkerungsgruppen zu achten. Wo möglich und sinnvoll, sollen bereits vorhandene ehemalige Dorfkerne als Quartierzentren aufgewertet und für lokal orientierte Gewerbenutzung gestaltet werden.

Raumbedarf der öffentlichen Verwaltung konzentrieren
Mit dem Stellenwachstum wächst auch der Raumbedarf der städtischen Verwaltung. Die Stadt ist zur Deckung dieses Bedarfs zunehmend auf Fremdmieten angewiesen. Das ist teuer und mit Risiken und Abhängigkeiten verbunden. Um diese Aufwendungen und Risiken von Fremdmieten zu minimieren, unterstützen die Grünliberalen die Realisierung eines zweiten Verwaltungszentrums.

Ökologisches Bauen und Wohnen unterstützen
Die Zunahme des Wohnflächenverbrauchs pro Person in städtischen Wohnungen soll gebremst werden. Dazu gehören Belegungsvorschriften in kommunalen Siedlungen und in Wohnbauträgern, die von der Stadt finanziell unterstützt werden. Mit baulichen Massnahmen ist der Energieverbrauch weiter zu reduzieren. Das bisher verwendete Minergie-Label hat sicher einiges bewirkt, allerdings müssen künftig auch andere Wege offengelassen werden, um energetische Verbesserungen zu erreichen.