Stadtratswahlen 2018
Markus Baumann berichtet

Aus dem Gemeinderat

Hier geht's zur GLP des Kantons Zürich
Hier geht's zur Schweizer GLP
Beitreten

Jetzt Mitglied werden

Wahlprogramm 2014/18

9. Bildung und Mitsprache für Kinder und Jugendliche

Bildung ist der wichtigste Rohstoff der Schweiz. Chancengerechtigkeit, unabhängig von sozialer und kultureller Herkunft oder vom Geschlecht, sowie die Vermittlung von Fähigkeiten und Wissen, die ein selbständiges Leben ermöglichen, sind dabei oberstes Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fördern und Fordern herrschen; dazu gehören die Leistungsbewertung durch Noten sowie verbindliche Lehrpläne ebenso wie gezielte Unterstützungsmassnahmen im Einzelfall. Das schweizerische Bildungssystem, insbesondere die duale Berufsbildung, erhält generell gute Noten, dennoch gibt es – gerade in der Stadt – Handlungsbedarf.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Realität der Familien mit Kindern in unserer Stadt tiefgreifend verändert: Die Vielfalt der Lebensformen hat zugenommen, ebenso die Mobilität der Familien, die Berufstätigkeit von Müttern und das Familienengagement der Väter. Die im Juni 2011 vom Kanton Zürich publizierte Lernstandsstudie zeigt, dass am Ende des 6. Schuljahres 17 Prozent der Schüler die Lehrplanziele in Deutsch nicht erfüllt, in Mathematik waren es 18 Prozent. Gestiegen sind auch die Qualifikationsanforderungen an unsere Kinder und Jugendlichen. Beim Übergang von der obligatorischen zur nachobligatorischen Ausbildung bekunden daher viele Jugendliche Mühe.

Die Grünliberalen werden sich deshalb in der nächsten Legislaturperiodefür folgende Anliegen einsetzen:

Mehr Freiheit und Autonomie für Schulen
Generell befürwortet die glp eine möglichst weitreichende Autonomie in Finanz- und Organisationsfragen für die einzelnen Schulen. Damit erhalten die Schulen den notwendigen Handlungsspielraum, um der gestiegenen gesellschaftlichen Vielfalt im schulischen Umfeld Rechnung zu tragen.

Alle müssen Zugang zum Betreuungsangebot haben
Die Grünliberalen wollen, dass für alle Kinder und Jugendlichen genügend familienexterne Betreuungsangebote zur Verfügung stehen. Eltern, die Anrecht auf einen subventionierten Betreuungsplatz haben, sollen diesen auch erhalten. Um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen, unterstützt die glp die Einführung von Betreuungsgutscheinen.

Voraussetzungen für Schulerfolg schaffen
Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse oder solche, die nicht auf eine hinlängliche Unterstützung ihrer Familie zählen können, haben oft Schwierigkeiten, in unserem Schulsystem entsprechend ihren Fähigkeiten zu reüssieren. Deshalb sollen die notwendigen Massnahmen ergriffen werden, damit alle Kinder eine faire Chance auf Schulerfolg haben. Dazu gehöret neben gezieltem Ergänzungsunterricht in der Volksschule – wo angezeigt – auch eine obligatorische (Sprach-) Förderung im Vorschulalter.

Tagesschulen als Standardmodell der Volksschule einführen
Die Grünliberalen erachten ein Schulsystem im Stil der 1950er-Jahre als überholt. Schule und Betreuung gehören zusammen, müssen sich ergänzen. Am besten und günstigsten gelingt dies in den Tagesschulen. Kinder und Jugendliche profitieren erwiesenermassen am meisten von dieser Schulform. Neben einem einheitlichen Tagesablauf sowie konstanten Ansprechpersonen und Gruppen erreichen die Tagesschülerinnen und Tagesschüler überdurchschnittliche Werte bezüglich Sozialkompetenz und schulischen Leistungen. Tagesschulen verbessern auch die Planbarkeit und damit den Aufwand für Eltern und Behörden.

Überbordenden sonderpädagogischen Massnahmen den Kampf ansagen
Kein Kind soll auf eine sonderpädagogische oder therapeutische Massnahme verzichten müssen, wenn es sie wirklich braucht. Die Summe aller Massnahmen ist in den letzten Jahren rapide in schwindelerregende Höhen angestiegen, was auch Fragen bezüglich unseres Schulsystems aufwirft. Diese sonderpädagogischen Massnahmen sind nicht nur teuer, sondern oft auch wirkungslos. Die glp wehrt sichdaher gegen weitere sonderpädagogische Massnahmen und befürwortet – wo immer möglich – einen Abbau derselben.

Jugendlichen eine Chance auf Arbeit ermöglichen
Die glp will, dass alle Jugendlichen einen Anschluss an die obligatorische Schulbildung erreichen. Möglichst viele Jugendliche sollen so einen Mittelschul-, Berufsfachschul- oder Lehrabschluss erlangen. Dies ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Eingliederung in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt. Durch eine enge Zusammenarbeit aller Bezugspersonen mit den Jugendlichen – bei Bedarf unterstützt durch öffentliche Angebote oder private Übertrittsprojekte – kann dieses Ziel erreicht werden.

Kindern und Jugendlichen eine Stimme geben
Die Grünliberalen setzen sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen direkt mitgestalten können. Diese Einbindung soll nicht nur theoretisch und indirekt erfolgen, sondern praktisch und direkt durch das Instrument der Jugendinitiative, das allen in der Stadt wohnhaften 12- bis 18-Jährigen unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft offenstehen soll.

Freiräume für Kinder und Jugendliche
Freiräume sind für Kinder und Jugendliche für die Entwicklung sozialer Kompetenzen unerlässlich. Der öffentliche Raum als Begegnungsort bietet zudem ein wichtiges Lernfeld, in dem Kinder und Jugendliche Grenzen ausloten und das Zusammenleben mit Gleichaltrigen sowie anderen Generationen üben können. Die glp engagiert sich dafür, dass solche (Frei-) Räume erhalten bleiben.